Weihnachten (Persönliches)
Hi, Weihnachten war mal wieder echt toll. So toll, dass ich doch gleich was schreiben musste .... Liebe Leser, heute ist Weihnachten. Das Fest der Liebe. Das Fest, das viele meiner Freunde und Bekannten im Kreise ihrer Familien verbringen. Ich habe mich vorher, zwischen Kuli und Kopierer, zwischen Glühwein und Kräppelchen, zwischen Anfang Dezember und dem berühmten Vierundzwanzigsten, mit ihnen unterhalten und sie haben mir alle erzählt, was sie zu Weihnachten machen werden. Mit Freunden und Familie unter dem Tannenbaum sitzen. Essen gehen. Eine gute Zeit haben, wie man so schön auf Neu-Deutsch sagt, oder wörtlich aus dem Englischen übersetzt. Eine gute, harmonische Zeit haben. Das gehört zu Weihnachten, wie die Weihnachtsgans, und der Tannenbaum, und – sonst wäre Weihnachten nicht Weihnachten – die Geschenke. All das kann man sich heute dank der modernen Wirtschaft kaufen. Aber gute Stimmung kann man sich nicht kaufen. Genauso wenig wie den Schnee. Der gehört eigentlich zu Weihnachten, wie eben die Weihnachtsgans, aber dank „Klimawandel“ gibt es den nicht. Langsam frage ich mich, ob wir Weihnachten verlegen sollten – nicht in den Sommer, wie jüngst ein Kirchenvertreter vorschlug, aber in den Januar. Denn im Grunde unterscheiden sich die Weihnachtstage von den restlichen Tagen des Jahres durch den Schnee. Ohne weiße Pracht keine Gemütlichkeit und ohne Gemütlichkeit keine Weihnachtsstimmung. Ersatzweise hilft da immerhin ein gerade gegossenes Betonfundament, das mit Schmutz bedeckt ist. Da kommt wirklich Weihnachtsstimmung auf. Aber Buden und Weihnachtsmärkte, Geschenkehetzen, Räucherstäbchen, Weihnachtskränze helfen da nicht. Auch wenn einem das nette Kollegen und die Weihnachtsindustrie einreden wollen. Ohne Schnee sind sowohl die Vorweihnachtszeit als auch die eigentlichen Feiertage keine anderen Tage als die restlichen 3xx Tage des Jahres. Die Bäume verlieren ihre Blätter, es ist kälter, sicher, aber während sich die Natur verändert, ändert sich in dem Leben der meisten Menschen nur wenig – sie treffen sich mit Freunden, sie regen sich über Falschparker auf, sie stehen morgens vor dem Spiegel, sie putzen sich drei Mal täglich die Zähne, sie machen sich Gedanken über ihre Zukunft und sie müssen arbeiten. Daran ändert auch der Dezember nichts. Die Arbeit muss trotzdem gemacht werden, oder soll man seine Kunden schon im September vorwarnen: Werte Kundinnen und Kunden, im Dezember ist wegen der Vorweihnachtszeit mit erheblich längeren Bearbeitungszeiten zu rechnen, da unsere Mitarbeiter in Vorbereitung des alljährlichen Weihnachtsfestes täglich Weihnachtslieder singen, Adventskalender öffnen und Geschenke einkaufen werden. Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Zeit. Das verträgt kein Betrieb. Aber man kann ja nicht alles auf die Umwelt schieben, sie kann ja nix für einen selbst. Und während meine Weihnachtsstimmung, warum auch immer, jedes Jahr ein bisschen mieser wurde, schien sich die Welt nicht zu verändern. Dieses Jahr schließlich der vorläufige Höhepunkt: Es gibt komische Dinge in unser aller Leben und bei mir insbesondere im Leben einer Schreiberin: Manchmal treten Dinge, die man zuvor nur beiläufig bemerkte, tatsächlich ein. Und das passierte dieses Jahr: als ich mein Gedicht „Weihnachtsfest“ eher für das Schul-Weihnachtssingen als für mich schrieb, habe ich mir schlimme Ereignisse überlegt, die zum Weihnachtsfest nicht eintreten sollten. Es sollte eigentlich eine Steigerung des Schlimmsten sein und die Zuhörer sollten aufgrund der Paradoxität lachen, was sie auch taten. Aber ich hätte mir nie vorstellen können, dass das Ereignis eintreffen würde. Neben einem brennenden Weihnachtsbaum und Streit unterm Tannenbaum gehörte auch die Vorstellung, falsche Geschenke bei einem bekannten Internet-Versteigerungshaus zu veräußern, dazu. Ich kam auf die Idee, weil ein paar meiner Verwandten regelrecht süchtig danach sind. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass an Weihnachten, unter dem Tannenbaum, inmitten vermeintlicher Harmonie, tatsächlich jemand auf diese Idee kommen würde. Aber da dieses Weihnachten ein komisches Weihachten ist, passierte das tatsächlich. Der Höhepunkt. Aber das Vorspiel hatte schon vorher begonnen: das einzige, was vorbildlich dastand, war der Weihnachtsbaum. Dass meine Eltern absolute Weihnachtsmuffel sind, musste ich wohl oder übel akzeptieren; mein Weihnachten würde unnormal werden, aber dass sie es dieses Jahr nicht einmal fertig gebracht hatten, die Geschenke einzupacken, lies mein Stimmung von Null ins Negative sinken. Ohnehin war ich die einzige, die die Tradition des Geschenke-einpackens-und-unter-den-Tannenbaum-legens aufrechterhalten wollte. Aber mein Versuch fruchtete nicht, meine Geschenke waren die einzigen unter dem Weihnachtsbaum. Die restlichen waren im Laufe des Jahres vom Weihnachtsgeschenkekonto abgezogen worden. Ein neues Fahrrad steht wegen der billigen Angebote im Sommer nicht unter dem Tannenbaum, sondern schon im August im Keller. Ich stelle mir diese Rechnerei mit einfachen Rechenzeichen aber relativ unkonkreten Zahlen sehr schwierig vor – wie soll man denn festlegen, welchen Anfangswert das Konto hat und welcher Wert wann abgezogen wird? Und wie unterscheidet man die Weihnachtsgeschenke von den Geburtstags- und Oster- und den kleinen alltäglichen Geschenken? Ich lehne dieses System ab, große Dinge kann man ja im Sommer kaufen und nur wegen Weihnachten viel Geld auszugeben, um sich an diesem einen Tag zu zeigen, wie gern man sich hat, oder haben sollte, finde ich doof. Aber Schenken hat auch etwas mit Überraschung zu tun, man weis eben nicht, was unterm Tannebaum liegt. Und manchmal ist es auch die einzige Gelegenheit, etwas wirklich Überraschendes zu bekommen. Weihnachten ist so eine magische Zeit. Man konzentriert sich nur auf die Familie, man verbringt den Tag mal nicht mit Fernsehen, Computer spielen, einkaufen, arbeiten, putzen, sondern nur mit den Menschen, die einem wichtig sind. Es ist der Tag, an dem man bewusst zur Ruhe kommen und diese Ruhe auch genießen kann. Man sammelt Energie und Ideen für die Zukunft, man hält mal an. Erstaunlich, welche Bedeutung Weihnachten hat. Umso deprimierender, wenn man ihm das nicht zugesteht. Indem man vom Tannenbaum zum Computer geht und Geschenke versteigert. Alles begann damit, dass meinem Bruder das Geschenk nicht gefiel. Es sei zu protzig, meinte er. Und er wollte auch keines. Ja, so bin ich auch, dachte ich. Warum etwas Edles haben, wenn es die einfache Ausführung auch tut? Warum ein superteures Handy, wenn man mit einem günstigen auch super telefonieren kann? Und außerdem: wenn die Anderen das superteure Handy sehen, werden sie tuscheln. Weil einer, dessen Eltern „angeblich“ nicht viel Geld haben, mit so einem Handy rumrennt. Das ist das Schicksal jener. Sie werden für die Taten ihrer Eltern verantwortlich gemacht. Dabei sind sie die letzten, die etwas dafür können – sie können ihren Eltern doch nicht vorschreiben, wie viel Geld sie für was ausgeben können. Das müssen sie selbst entscheiden! Aber daran denken viele nicht, und ich würde auch nicht daran denken, wenn ich einer von ihnen wäre und manchmal bin. Meinem Bruder gefiel das Geschenk also nicht, meine Eltern hatten sich einen klassischen Fehlgriff geleistet, was vorkommt, und nach einer kurzen Phase gegenseitiger Beschuldigungen entschied man sich zu der folgenschweren Tat – der Versteigerung. Jetzt. Gleich. Nein, es hat keine Zeit bis übermorgen, es muss jetzt sein. Und so gab es kein familiäres Beisammensein unterm Tannenbaum, nicht einmal Weihnachtslieder, nur ein paar frustrierte Familienmitglieder, die sich in eine Ecke verkrochen und nach endloslangen Diskussionen zu der niederschmetternden Erkenntnis gelangten, dass man nichts machen könne. Und so endete dieser Tag vor dem Fernseher, den zahlreiche Sender mit angeblich sehr passenden Programmbeiträgen gefüttert hatten. Ich habe dann schließlich einen Beitrag über ein Zirkusfestival gefunden. Mache ich auch nicht jeden Tag. Ehrlich. Und dann bin ich an den Computer gegangen und habe das hier geschrieben. Schöne Tage yu

28.12.2007 09:12 Direktlink / Kommentare (1) / Administration
Fortsetzung (Persönliches)
Hi, ja Weihnachten steht vor der Tür und alle sind glücklich und selig - nix da. Es ist einfach stressig und ich überlege seit stunden, wann ich meine letzten geschenke einkaufen gehe - wann sind die schlagen vor den kassen am kürzesten? Ich wollte soviel schreiben und jetzt ist alles weg... Naja... warum gerate ich nur immer an die leute, die mir nich gefallen? ich habe es komischerweise geschafft, im i-net auf jd. zu treffen, der IHM unheimlich ähnlich ist - soll heißeb: er ist genuso fachbezogen, mit ihm kann man genausowenig über nicht-fachliches reden und er ist genauso imponierend. krass, dass es sowas gibt.... mist, immer noch nix da... wir lesen usn später...

22.12.2007 18:12 Direktlink / Kommentare (3) / Administration
Krank, verwirrt und dennoch froh (Persönliches)
Hi, nach langer, langer Zeit melde ich mich mal wieder zu wort und es gibt so einiges, was ich euch erzählen würde - alte märchen-omi -... Zurzeit bin ich total krank - und das alles nur, weil mein dämlicher Bruder nmal wieder nix besseres zu tun hatte, als mit starker Erkältung auf mir rumzuhoppeln. Es ist sehr gut zu wissen, dass ich neben einer Schreiberin, einem Menschen, einem Wesen auch noch ein hervoragender Sessel, eine tolle Liege und erst recht ein genialer Alleinunterhalter bin! Und eine rizeritis gabs gratsi obendrauf! Außerdem war ucg gestern im Museum. Es ging um den künstlerischen Umgang mit dem Tod. Echt erstaunlich, wie künstler damit umgehen, tode inszenieren, Fantasie-Särge bauen und - ganz krass - ein IKEA-Regal inkl. Bedienungsanleitung, wie man es zum Sarg umfunktionieren kann. to be contunied, sobald ich wieder zeit habe...

14.12.2007 08:12 Direktlink / Kommentare (3) / Administration
 
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