Eine Story zum Lachen
Diese kleine Story hat mir mein Bruder gesendet und ich hab gelacht, was das Zeug hält. Mein Bruder ist ein grandioser Autor und ich bin so stolz auf ihn. Weil mir die Story so gut gefällt, möchte ich sie mit euch teilen. Und jetzt wünsche ich viel Spaß damit. ;)

Der andere Morgen

Der Wecker klingelt, du schreckst kurz auf, aber nur um im gleichen Moment wieder zusammen zu fallen. Der Penetranz des Störenfrieds nachgebend fasst du den übermütigen Entschluss die Augen zu öffnen, mit der allmorgendlichen Konsequenz, den unaufhaltsamen Verlauf der Zeit direkt ins Auge zu sehen und fest zu stellen, dass er auch diesen Morgen viel zu konsequent war. Alles scheint also wie sonst.
Die Welt ist im Taumel und alles was ein an das Leben erinnert, ist die dröhnende Spätfolge der vorangegangenen Stunden.
Doch diesmal scheint der Hauptsitz des Schmerzes tiefer als gewöhnlich zu liegen. Viel zu tief, um ihn einer bekannten Ursache zuzuordnen. Dummerweise lässt sich auf Grund der allgemeinen körperlichen Verfassung keine genaue Ortung vornehmen und so nimmt der angebrochene Tag seinen Lauf direkt ins Bad.
Aber schon die ersten Schritte auf diesen verschlungenen Pfaden werfen eine wichtige Frage auf: Was klebt da an meinem Arsch?
Bei näherer Betrachtung entpuppt sich der neumodische Unterhosenfixierer als übergroßes Pflaster, was die Lokalisierung des Schmerzherdes wesentlich vereinfacht, jedoch keinerlei Assoziation mit der näheren Vergangenheit bringt. Die logische Konsequenz muss demnach die Erforschung der tiefer liegenden Areale sein. So fällt Hülle um Hülle bis nur noch du, das Pflaster und eine der schwierigsten Entscheidungen der menschlichen Geschichte übrig bleiben; Schnell oder langsam?
Als Mensch, aus dem noch der Übermut des Vortages spricht, kommt nur die schnelle und schmerzlose Variante in Frage. Du reißt dir also Winny Puh mit einem beherzten Ruck von der blanken Backe und erlangst als erstes die Erkenntnis wieder, dass dieses Vorgehen nur im Sprachgebrauch schmerzlos ist. Nach dem Wiedererlangen aller wichtigen Sinne wirft die neue Einsicht eine weitere Frage dieses absurden Morgens auf: Wieso grinst mich meine Arschbacke an?
In diesem Augenblick springt die Tür auf, sodass jeder offenbarende Gedanke im Keim erstick wird und als wenn das noch nicht genug Schande für einen Tag gewesen wäre, steht meine bis dahin wohlgelaunte und nun spontan kreischende Mitbewohnerin im Flur, die Tür fest mit der Hand umklammernd, sodass ihre Kommilitonin auch noch genügend Zeit hat sich der Situation bewusst zu werden.
Dieser Umstand führte aber zu essentiellsten Frage der Stunde: Was machst du da eigentlich?
Im Prinzip ganz leicht zu beantworten. Ich hab keine Ahnung.

Autor: Mario Müller - Alle Rechte liegen beim Autor selbst!

20.11.2008 13:11 Direktlink / Kommentare (3) / Administration
 
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